Dienstag, 11. März 2014

Komm, wir fahren nach Amsterdam...

...könnte ich schon wieder singen, dabei sind wir gerade erst eine Woche zurück.

In diesem Beitrag hatte ich es bereits erwähnt...ich liebte Amsterdam schon, ohne je da gewesen zu sein und nach unserem Wochenende dort, weiß ich, dass es die ganz große Liebe ist. ;)

Ihr seht, ich bin immer noch total beeindruckt. Deshalb - auch für mich selbst - hier ein kleiner Reisebericht. Bilder hab ich hauptsächlich mit dem Handy gemacht, auch wegen Instagram.

Los ging es am Freitag in alle Frühe, denn unser Flug startete schon um kurz nach sieben.

Alles dabei...natürlich passend. ;)




Über den Wolken...




Als Gelegenheitsflieger kann ich dieser Art Kontrollverlust ja immer noch nicht viel abgewinnen. Zu allem Überfluss hatte ich beim Landen diesmal fiese Ohrenschmerzen (das nennt man übrigens Barotrauma). Aber die Vorfreude aus das Wochenende hat mich das schnell wieder vergessen lassen. 

Angekommen! 




Allein der Flughafen ist schon eine Reise wert. Besonders wenn man von Berlin-Schönefeld fliegt, gleicht das einem kleinen Kulturschock :D. 

Wir sind also in den Bus gestiegen und dort schlug uns zum ersten Mal das entgegen, worüber wir uns in den nächsten Tagen immer wieder wundern sollten: die holländische Herzlichkeit. Der Busfahrer pfiff vor sich hin als gäbe es nichts schöneres einen Haufen Touristen durch die Gegend zu kutschieren. Und das ist sogar ansteckend!

Erfreulicherweise war unser Hotelzimmer bereits fertig, so dass wir gleich "einziehen" konnten. Unser Hotel, das 4 Sterne "Artemis Dutch Design" liegt im Süden der Stadt und man braucht ca. 15 Min mit der Tram in die Innenstadt. Dafür war es wirklich günstig und modern. Wir haben für Flug und 3 ÜN mit Frühstück gerade mal 170€ bezahlt. 



Nach kurzer Erholung sind wir also los in die Stadt und haben im Vorbeifahren schon mal die vielen Grachten bewundert. Am Leidseplein (Plein heißt Platz und davon gibt es einige dort) sind wir ausgestiegen und erstmal auf dem Blumen-Markt gelandet. 






Wunderschöne Ranunkeln in dicken Bunden, wie man sie hierzulande nie bekommen würde und natürlich Tulpen, Tulpen, Tulpen. Wunderschön! Es roch auch gleich ganz wunderbar...hauptsächlich nach GRAS :D. Und das auch wirklich alle paar Meter. 

Danach waren wir im Kalvatoren Einkaufscenter, in dem man ein paar nette Läden findet. Gleich gegenüber ist das V&D, das man am ehesten mit Peek & Cloppenburg vergleichen kann. Auf der Suche nach einem kleinen Snack sind wir dort im "La Place" gelandet und waren dermaßen geflasht von dem was uns dort erwartet hat...ein Gourmettempel vom Feinsten. Antipasti, Salate, Quiches, frisch gepresste Säfte und Smoothies, Pfannengerichte, Gambas, Torten, heißer Apfelstrudel...ach einfach alles. 









Wie man sieht - wir konnten uns dann doch entscheiden, trotz Reizüberflutung.  Mit Quiche und Smoothies konnten wir dann gut gestärkt weiter shoppen. 
Im Zentrum geht eine Einkaufsstraße in die nächste über, es reiht sich Laden an Laden. Hier findet man viele viele kleine Schuhläden (wie in ganz Amsterdam), aber auch große Ketten wie H&M (gefühlte 156 Filialen in einer Straße), Zara, Bershka und WE. Auch Abercrombie & Fitch ist vertreten (aufdringliches Geruchsmarketing). In der Kalverstraat kann man sich wunderbar verlaufen und dachten wir am dritten Tag, dass wir uns schon ganz gut auskennen, waren wir dann doch wieder überrascht, vor welchem Shop wir plötzlich standen. 

Die Kalverstraat mündet in den DAM, einen großen Platz mit dem königlichen Palast. Dort tummeln sich hunderte Touristen, denn hier findet sich auch eine der Reiseführer-Empfehlungen: Madame Tussaud. Uns hat es beide nicht gereizt, also haben wir das ausgelassen und den kulturellen Teil der Reise lieber mit einem Besuch des Sexmuseums eingeläutet. Herzlich gelacht haben wir über die lustigen Bilder und Gags in den Räumen. Der Eintritt ist mit 4€ ganz moderat und das kann man zur reinen Belustigung durchaus mitnehmen. Bilder enthalte ich euch einfach mal vor. :D



Wir waren also am Freitag ordentlich shoppen und sind dann zu acht mit schmerzenden Füßen wieder im Hotel angekommen. 

Für Samstag hatten wir geplant, uns auch mal abseits der Hauptstraßen zu bewegen und sind so in den vielen kleinen Grachten gelandet. Das Wetter war herrlich!



Das Zentrum Amsterdams ist übrigens wie ein Spinnennetz gewebt. Wie gemalt ziehen sich die Grachten rund um den Stadtkern. 




Auch De Negen Straatjes - die neun Straßen - sind Teil dieses Spinnennetzes. Hier findet man sie...die wunderschönen kleinen Gässchen mit vielen süßen Winkels (heißt Laden). Alle sehr individuell und speziell und durchweg von außerordentlicher Architektur. In Amsterdam sind die Häuser in den Grachten alle Wand an Wand gebaut, sehr schmal und hoch. Dadurch gibt es in den Shops oft mehrere Ebenen, getrennt durch kleine steile Treppen und schöne Galerien. Ganz bezaubernd! Im "Relaxed" bekamen wir spontan einen Gratis-Latte angeboten und dazu ein nettes Gespräch mit dem Chef. Hier hat wirklich nahezu jede Verkäuferin ein freundliches Wort übrig, fragt wo man herkommt, wie es in Amsterdam ist und gibt Tipps, was man sich noch ansehen sollte.

Nahezu alle Menschen sprechen übrigens hervorragendes Englisch! Da meine Oma plattdeutsch spricht und das dem niederländischen sehr ähnelt, konnte ich selbst davon vieles "verstehen".

Auffällig sind die gut gekleidete Männer in Amsterdam. Wir haben wirklich gestaunt. Die einheimischen Herren erkennt man wirklich schon an ihrem tollen Kleidungsstil. Viel Wert wird anscheinend auf hübsche Schuhe gelegt, auch kein Wunder bei den vielen Schuhläden. 

Die Hälfte der Amsterdamer Bevölkerung ist übrigens jünger als 35 Jahre...das merkt man der Stadt ebenso positiv an, wie die vielen unterschiedlichen Nationalitäten der Einwohner. 

Es lebt sich allerdings auch gefährlich in Amsterdam...der Verkehr dort ist ein Graus! Überall Straßenbahnen, Fahrradfahrer und Mopedfahrer (durchweg ohne Helm!). Man muss wirklich extrem aufpassen, dass man nicht unter die Räder kommt.



Alles genau mein Geschmack!




Beadies, ein Perlenladen, in dem man sich Armbänder und Ketten nach eigenem Geschmack zusammenstellen kann.




Und neben Schuhläden am häufigsten zu finden: KÄSE!



 Eher unspektakulär, wie ich fand: der Knopenwinkel.





Stärkung für zwischendurch!



Der Spitzen-/Stoffladen Kantje Boord war eine Empfehlung auf meiner Facebook-Seite. Wir mussten ziemlich weit rausfahren und waren dann etwas verblüfft das uns ein klitzekleiner, vollgeproppter, etwas schmuddeliger Laden erwartete. Aber da drin war die Hölle los...wild plappernde Frauen, tausende Borten, Bänder, Rüschen, Spitzen. Ich hab bei dem Angebot (und der offensichtlichen Nachfrage) gerätselt, ob in Holland die Frauen ihre Unterwäsche alle selber nähen?! Es gab wirklich alles zum BH "bauen". Spitze, Bügel, Verschlüsse, Deko. Schade nur, dass der Laden so klein und unaufgeräumt ist. Dadurch hat man wenig Lust und Muße zu stöbern. Gekauft hab ich natürlich trotzdem was ;). 



Unser Abendessen war diesmal kulinarisch nicht so wertvoll, aber dennoch eine Erfahrung wert: es gab die hochgelobten Frites mit Sate-Soße - also Pommes mit Erdnusssoße. Ich fand es überraschend lecker. Die Pommes sind dort wirklich außergewöhnlich knusprig und geschmackvoll. Ich mag es und hab mir auch die leckere Soße mit nach Hause genommen. Fast schon wieder alle! :(

Was ich allerdings eher seltsam fand, waren die "Fressautomaten" in den Einkaufsstraßen. Da gibts echt Burger und Frittiertes hinter Glas, man wirft eine Münze ein und dann öffnet sich das Türchen. Mich schüttelt es jetzt noch.




Am Sonntag wollten wir es kilometermäßig etwas ruhiger angehen lassen, da abends noch ein Konzertbesuch geplant war. Also sind wir zu Körperwelten - the Happiness Project. Wir waren beide vorher noch nicht in der Körperwelten-Ausstellung und so war es total interessant die plastinierten Körper und Körperteile anzuschauen. Viel allgemeines zum Thema Körper wurde erklärt, hauptsächlich ging es aber auch darum, was uns glücklich macht.  

Apropos Schuhe (der findige Leser versteht die Überleitung)...ich habe mir am Freitag natürlich gleich mal welche kaufen müssen (der Verkäufer war aber auch zu nett :D). Selbige waren Sonntag morgen mit den noch geschwollenen Füßen irgendwie deutlich enger. Aber was solls...Lederschuhe muss man ja auch erst einlaufen, dachte ich mir und zog sie Sonntag zum Bummeln an...ähm ja, eine Erfahrung, die ich nicht unbedingt ein zweites Mal machen muss. Ich sag nur Fleischwunden...

Zum Glück stand noch eine Grachtenfahrt (im Sitzen!) auf dem Plan, die wir am Hauptbahnhof begannen. Leider sind die Boote aus Sicherheitsgründen überdacht und dadurch ist die Sicht etwas eingeschränkt. Man schippert eine Stunde durch die Grachten und vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten und Kirchen. Besonders schön sind die edlen Kanäle, wie die Herengracht in der man die teuersten und schönsten Grachtenhäuser sieht. Aber auch die kleinsten...das schmalste Haus in Amsterdam ist gerade mal 1,50m breit und hat auf jeder der drei Etagen nur ein Fenster. Übrigens gibt es wegen der steilen Treppen auch an nahezu jedem Haus einen komischen Haken an der Spitze...darüber werden große Möbel durch die Fenster gehievt...über die Treppen wäre das schlichtweg nicht möglich. 



Anschließend wollten wir eigentlich ins Hotel, sind aber dann doch wieder in den Einkaufsstraßen gelandet...was uns irgendwie häufiger passiert ist an diesem Wochenende. Und einmal mehr gab es Essen im La Place. Einfach zu gut! 
Eine halbe Stunde ausruhen im Hotel war dann gerade noch drin, bevor wir uns mit der Metro auf den Weg zur Heineken Music Hall gemacht haben, um James Blunt zu sehen und natürlich zu hören. Es war gleichzeitig der Start seiner Welttournee, die bis Feb. 2015 dauern wird. Wir haben ein tolles Konzert erleben dürfen, emotional und dann auch wieder mit richtig Party-Stimmung in der Bude. Toll! 


Für alle die ihn nicht kennen, hier ein kleiner Eindruck vom Abend: http://www.youtube.com/watch?v=-_RKCa4PKoE

Und wieder sind wir todmüde nach Mitternacht ins Bett gefallen. 

Am Montag war nach Kofferpacken und Auschecken noch ein Besuch auf dem Noordermarkt angesagt...leider im Regen. Amsterdam hat unseren Abschied wirklich ordentlich beweint. 
Auf dem Noordermarkt findet man kleine Stände mit Antiquitäten, Klamotten und Pelzen. Stoffe gab es dort nur sehr wenig und auch keinen besonders schönen. Von daher finde ich den Markt nicht so empfehlenswert. Also sind wir wieder zurück zum Hauptbahnhof und auf dem Weg dorthin im Bezirk Haarlem gelandet. 

Wow...und wieder hat die Stadt es geschafft uns zu überraschen und noch eine andere Seite zu zeigen. Edle Läden, deren Schaufenster zum Nase plattdrücken einladen. Türen stehen offen, Verkäufer bitten einen freundlich herein um z.B. einfach mal die Nägel zu feilen (und ihre teuren Pflegeprodukte an die Frau zu bringen). Und so wunderschöne Häuser, in die ich sofort einziehen würde. Eingerichtet im Stil von Riviera Maison, voller Gemütlichkeit und altem Schick. 





Wir mussten uns dennoch trennen, denn wir wollten noch zum Albert Cuyp Market. Der Markt ist sicher mindestens 1-2 Kilometer lang und man bekommt dort Blumen, Käse, Fisch, aber auch Stoffe und Kleidung. Hinter den Marktständen sind außerdem noch ein paar nette Läden zum Stöbern. Unsere Reisekasse und auch die Zeit war am letzten Tag leider zu knapp geworden um über den ganzen Markt zu schauen. Aber Käse haben wir natürlich gekauft! 




Muss ich erwähnen, dass ich mich hier wohlgefühlt habe???



Außerdem hatten wir noch einen letzten Punkt auf dem Plan: das Café "De Tarte van m´n Tante". Die Torten meiner Tante, vermute ich mal. :)



Kitsch pur sag ich euch! Plasteblumen, bunte Lampen und wild gemusterte Wachstuch-Tischdecken prägen das Innere des Cafés. Überall stehen riesige Deko-Torten und es gibt eine nette Auswahl an Torten zum Schlemmen. 




Ein Stück kostet allerdings mal eben 5€, der (sehr kleine) Latte Macchiato liegt bei 4€. Der Kuchen war sehr lecker...ob das zu diesem Preis nun ein absolutes Muss ist, sei mal dahingestellt. 





Es war jedenfalls ein zuckersüßer Abschiedsgruß...schnell sind wir ein letztes Mal mit der Tram zum Hotel, ein letztes Mal dem süßen holländischen Slang lauschen im "Amstelveenseweg", Koffer holen und ab zum Flughafen. Bis hierhin hatte wirklich alles geklappt ohne irgendwelche Pannen. 

Das sollte sich kurzfristig ändern...wir hatten einen großen Koffer "gebucht" und einen Handgepäck-Trolley. Der große Koffer hatte 1,5 kg Übergepäck und wir haben einige Sachen in Tüten umverteilt, so dass wir wieder bei 20kg lagen. Wir haben allerdings nicht mit der Easyjet-Zicke gerechnet, die uns unfreundlich darauf hinwies, dass nur 1 Handgepäck-Stück pro Person zulässig sei. Bis hierhin nicht so schlimm, wären wir nicht auf die tolle Idee gekommen vom Markt holländische Tulpen mit nach Hause zu nehmen. Die wurden uns nun zum Verhängnis, denn man konnte sie nicht in eine der Handtaschen quetschen. Wir mussten so schnell entscheiden, dass wir nicht mal auf die Idee kamen, die Tulpen einfach dort zu lassen (gut, die Zicke hätte es auch nicht verdient). Also 35€ extra gezahlt und den Trolley aufgegeben, den Rest so zusammengestopft, dass wir jeder nur ein Handgepäck hatten...eins davon eine Tüte mit 40 Tulpen für quasi 45€. Aber was solls...Amsterdam war einfach jeden Cent wert. Und meine teuren Luxus-Tulpen erinnern mich jeden Tag an die schöne Zeit in Amsterdam! 

Corpus delicti





Schon jetzt steht für mich fest: Amsterdam, du wirst mich ganz schnell wieder sehen! Ich liebe die Architektur, die Menschen und das Flair der Stadt - im Sommer ist das Ganze vermutlich noch reizvoller mit den beleuchteten Brücken und Straßencafés, die zum lange draußen sitzen einladen. 

Also wer Amsterdam nicht mag, der ist selber Schuld :P. 






Kleine Zusammenfassung 

Öffentlicher Verkehr: es gibt die Straßenbahn Tram, Buslinien und die S-Bahn Metro. Wir haben hauptsächlich die Tram benutzt und dafür im Hotel eine 48-Stunden-Karte für 12,00€ pro Person gekauft. Sonst kostet die Einzelfahrt 2,60€. Wichtig in Amsterdam: die Karte muss beim Ein- und Aussteigen immer vor einen Piepser gehalten werden, sonst wird sie ungültig. 



Essen: Holland selbst, hat kulinarisch nicht unbedingt den besten Ruf, ist aber von vielen Kulturen beeinflusst und daher entsprechend vielseitig...lecker es ist im La Place, tolle Pommes bei Vlaamse Frites, Wok to Walk,... 

Bei Tours & Tickets, gibt es ganz nette Rabatte für Eintrittskarten aller Art. Auch Kombi Deals mit denen man 2 Angebote in Verbindung noch günstiger bekommt. Die Shops gibts es im Zentrum an jeder Ecke. 

Märkte: Waterlooplein (Flohmarkt), Noordermarkt, Albert-Cuyp-Markt 

Shoppen: Leidseplein, Kalverstraat, Haarlem, De Nigen Straat, Magna Plaza, De Bijenkorf 

Grachtenfahrt: starten z.B. am Hauptbahnhof, Dauer: 1 Stunde, Kosten: ca. 15€. Es gibt auch spezielle Nacht- und Candle-Light-Fahrten. 

Kommentare:

  1. Sooooo ein toler und ausführlicher Amsterdam bericht und nicht ein Kommentar????? Ich werd s mal bei FB teilen;-) Und ich muss gestehen, zuuuuuuuuuuuuuuuuuuu gerne würde ich Dich mal kennen lernen (spätestens ja dann im Lädchen) ich könnt glatt die Koffer packen und los fliegen! Aber klar muss der Kuchen bei der "Taart van min Tant" sein, allein, um einmal dort gewesen zu sein, ich fand s dort soooo genial!
    Deine Begeisterung steckt an, find ich toll, dass Du Dir so viel Mühe gemacht hast.......das hat ja Unmenn an Zeit verschlungen, in denen Du hättest nähen können! ;-)
    Pilzkitschige Grüße - Andrea

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  2. Ich meinte natürlich toll und nicht tol ;-)

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